Tradition, Innovation und Gänsehaut: Das macht den Sachsenring so besonders
- Weiterentwicklung – neue MotoGP-Sicherheitsstandards für 2026 umgesetzt
- Yvonne Catterfeld singt beim Grand Prix die deutsche Nationalhymne
- Sächsischer Ministerpräsident Michael Kretschmer Schirmherr des Grand Prix
Hohenstein-Ernstthal. Nur noch wenige Tage, dann rollt die MotoGP wieder über den Sachsenring: Vom 10. bis 12. Juli steigt mit dem Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland eines der größten Sportevents des Landes. Was den einzigen deutschen MotoGP-Lauf so besonders macht: Fast 100 Jahre Geschichte, eine Fankultur mit Kulturerbe-Status und eine Strecke, die sich technisch Jahr für Jahr weiterentwickelt und in diesem Jahr mit einem besonderen Moment und einem beliebten Musik-Star begeistert.
Die Fankultur am Sachsenring wurde im Frühjahr in die Sächsische Landesliste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen – eine Würdigung dessen, was rund um den Grand Prix in fast einem Jahrhundert Renngeschichte gewachsen ist. Der Freistaat hat die Fankultur zudem für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen; die Entscheidung fällt im Frühjahr 2027. Auch die Politik steht hinter dem Event: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer übernimmt in diesem Jahr die Schirmherrschaft.
Fast 100 Jahre alt – aber immer am Puls der Zeit
Seit 1927 fasziniert der Sachsenring die Menschen und ist so eine Strecke mit viel Geschichte, aber ohne Stillstand: Der Sachsenring wird Jahr für Jahr gemeinsam mit den Offiziellen von FIM und der MotoGP weiterentwickelt. Alle neuen Sicherheitsstandards der MotoGP für 2026 sind bereits umgesetzt: In verschiedenen Kurven ersetzen zusätzliche asphaltierte Randstreifen die Grasflächen hinter den Curbs und tragen so dazu bei, Stürze beim Verlassen der Strecke zu vermeiden. Außerdem wurde in Kurve 4 das Kiesbett vertieft. Und wer im Omega vom rechten Weg abkommt, kommt ab sofort über eine neue Rückführungsroute sicherer zurück auf die Strecke. Zwischen den Kurven 6 und 7 schützt eine zusätzliche Airfence die Piloten, insgesamt sind 170 Module über eine Länge von 1.360 Metern an der Strecke verbaut.
Eine Neuerung feiert am Sachsenring sogar Premiere: Die MotoGP startet hier erstmals mit vergrößerten Abständen in der Startaufstellung, um Auffahrunfälle in den ersten Metern zu vermeiden. Der Abstand zwischen den Startreihen wächst von neun auf zwölf Meter, der seitliche von drei auf vier Meter – ein Format, das ab sofort bei allen MotoGP-Rennen gilt. Dazu kommen ein zusätzlicher Rundenzähler an der Ziellinie, den die Fahrer bei über 240 km/h besser ablesen können sowie ein erweitertes Glasfasernetz rund um die Rennstrecke: In diesem Jahr ermöglicht es Live-Interviews mit den Teamchefs im TV, künftig soll darüber auch der Funk zwischen Fahrern, Teams, Rennleitung und Fernsehen laufen.
Auch sportlich hebt sich der Sachsenring ab: kompakte Anlage, markante Topografie, ein einziger Kurs mit Charakter, den Fahrer und Fans selten vergessen. Marc Márquez spricht von einer besonderen Beziehung zur Strecke, für Fabio Quartararo gibt es keinen vergleichbaren Ort, Fabio Di Giannantonio schwärmt von der Atmosphäre mit den vielen Fans. Jack Miller kennt sogar den Alltag in der Region: Der Australier lebte 2013 während seiner Zeit beim Racing Team Germany ein Jahr lang in Hohenstein-Ernstthal – im Haus seines damaligen Teamchefs Dirk Heidolf.
Einen Gänsehautmoment mehr gibt es in diesem Jahr unmittelbar vor dem Start: Am Sonntag singt die beliebte Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld die deutsche Nationalhymne, ehe die schnellsten Motorradfahrer der Welt die Rennstrecke übernehmen. Ein Grand Prix, der international längst zu den Topterminen der Weltmeisterschaft zählt – und 2027 den nächsten Grund zum Feiern liefert: 100 Jahre Sachsenring.






